Gipfeltreffen mit Gert Steinbäcker auf den Nußlberg
21. Mai 2018
17:45

An einem strahlend sonnigen Samstag im April mit fast hochsommerlichen Temperaturen macht sich Werner Schmidbauer mit Gert Steinbäcker, 65, auf den Weg von Kiefersfelden  hinauf zum nur 882 Meter hohen Nußlberg.

Der Nußlberg ist ein selbst an Wochenenden kaum frequentierter Berg, sehr malerisch über dem Inntal gelegen. Das Gipfelkreuz steht nur einige Meter oberhalb einer verlassenen Einsiedelei mit einem Brunnen und einer kleinen Kapelle. Ein idealer Platz für ein ungestörtes Gipfelgespräch.

Gert Steinbäcker, steirische Singer-Songwriter-Legende und über 30 Jahre lang das erste „S“ der österreichischen Kultband STS, outet sich als passionierter „Nicht-Berggänger“. Er geht zwar leidenschaftlich gern zum Skifahren, aber nie im Frühjahr oder Sommer zu Fuß auf einen Berg. Lieber läuft er regelmäßig stundenlang querfeldein um sein Haus am Stadtrand von Graz. Seine große Leidenschaft ist aber das Motorradfahren auf seiner geliebten BMW-Maschine.

Steinbäcker erzählt viel und offen über seine Kindheit, den frühen Tod seines Vaters, als er gerade einmal sieben Jahre alt war, und über die wunderbare Beziehung zu seinem Großvater, dem er ja später eines seiner berühmtesten Lieder gewidmet hat.

Die Schule war ein Graus für ihn, er wollte nur frei sein und Rock’nRoll machen. Mit 16 verlässt er die Schule und die Mutter, zieht erst zum Großvater und dann hinaus in die große weite Welt der Musik. Nach langen, durchweg erfolglosen Umwegen über Frankfurt und München gründet er mit Timischl und Schiffkowitz das Trio  STS, das 1984 mit dem Hit „Fürstenfeld“ den großen Durchbruch hat.

Steinbäcker, momentan auf Solo-Tour unterwegs, erzählt über die erfolgreichen Jahre mit STS , die Höhepunkte, aber auch über die Untiefen des Ruhmes und über die Auflösung der Band 2015.

Genauso offen spricht er aber auch über seine Ehelosigkeit, seine Freundinnen, seinen ungezähmten Freiheitsdrang und seine zweite Wahlheimat Griechenland. Und am Ende der Gipfelbrotzeit singen die beiden zu Schmidbauers Gitarrenbegleitung noch eine bewegende unplugged-Version des Steinbäcker-Klassikers „Irgendwann bleib i dann dort“.