GIPFELTREFFEN MIT HELMFRIED VON LÜTTICHAU AUF DIE BODENSCHNEID
2. April 2021
17:45
BR Fernsehen 17.45 Uhr

Gipfeltreffen mit Helmfried von Lüttichau auf die Bodenschneid (1668 m) in den Schlierseer Bergen im Mangfallgebirge.

Helmfried von Lüttichau, der in München und Schliersee wohnt, hatte die Bodenschneid, einen Schlierseeer Hausberg vorgeschlagen. Also trafen sich Werner Schmidbauer und Helmfried von Lüttichau am Ufer des Spitzingsees, so wie viele andere Wanderer auch an diesem letzten milden Herbsttag, um auf einen Gipfel zu wandern.

In voller Länge heißt er ja eigentlich Helmut Friedrich Graf von Lüttichau, der Staller aus (mittlerweile) „Hubert ohne Staller“, den die bayerische Fernsehgemeinde so sehr in ihr Herz geschlossen hat. Aber der opulente Adelsname hat ihn schon als Kind genervt und fast nur Nachteile gebracht. Und er kommt, wie er gleich zu Beginn in akzentfreiem Hochdeutsch (!) erzählt, nicht aus Bayern, sondern aus Hannover, der Hauptstadt Niedersachsens.

Mit 8 Jahren kommt Helmfried von Lüttichau nach Gilching bei München, weil sein Vater, Mitarbeiter des BND, beruflich dorthin versetzt wird. Schnell erlernt der Bücherwurm und Sprachtalent Helmfried den bayerischen Dialekt, quasi seine erste Fremdsprache. Bis heute ist er ein überragender Dialekt-Imitator, und so mancher Hubert und Staller-Fan ist fast ein bisserl enttäuscht, wenn er Helmfried trifft und ihn dann plötzlich hochdeutsch reden hört.

Helmfried von Lüttichau erzählt von seiner Kindheit als Einzelkind und „Klugscheißer“, seinem lebenslangen Wunsch, dem Vater, der als eher strenger und unnahbarer Mensch gilt, zu gefallen. Doch die beiden hakeln sich zeitlebens, Helmfried fühlt sich meistens missverstanden und glaubt, dem Vater als Sohn eine dauernde Enttäuschung zu sein. Mit Beginn der Pubertät und dem Aufbegehren entfernen sich Vater und Sohn zusehends und das Verhältnis kippt. Der eher im Alltag ungeschickte und tollpatschige Helmfried möchte gerne „proletarisch und unrasiert“ sein, lernt E-Gitarre und lässt sich die Haare wachsen. Sehr zum Missmut des standesbewussten Vaters.

Die 20 Jahre jüngere Mutter, eine glühende Anhängerin der antiautoritären Erziehung, hat mehr Empathie und Wärme und versucht immer, zwischen Vater und Sohn zu vermitteln, aber auch das nervt den rebellierenden Helmfried eher. Die Mutter stirbt früh (1999) an Herzversagen, was dem ohnehin schon sehr betagten Vater völlig den Lebensmut raubt. Erst am Totenbett des Vaters scheinen sich die beiden versöhnt zu haben.

Bei der Brotzeit am Gipfel der Bodenschneid erzählt Helmfried von Schauspielerkarriere, die am Theater begann, seiner „symbiotischen“ Ehe mit seiner großen Liebe Karin. Er spricht auch über die schwere Krankheit seiner Frau, deren Tod ihn in eine tiefe Traurigkeit stürzt. Erst mit seiner neuen Liebe Gabriele kehrt die Leichtigkeit in sein Leben zurück. Er steigt bei Hubert und Staller aus und erarbeitet ein Solo-Bühnen-Programm. Die Trauer der schweren Zeit nach dem Tod seiner Frau verarbeitet von Lüttichau mit dem wunderbaren Gedichtband „Was mach ich, wenn ich glücklich bin“, aus dem er zum Ende des Gipfelgesprächs noch einmal vorliest, bevor die Sonne untergeht und die beiden sich auf den Weg ins Tal machen.

Diese Folge wird am Karfreitag, den 02.April 2021 um 17:45 Uhr im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt.